[Basics] Kurzwaren & Näh-Accessoires die sich zum Nähen für Demenzkranke eignen



In diesem Artikel, bekommst du ein paar Anregungen, was du so alles zum Therapienähen einsetzen kannst. Sicherlich gibt es noch vieles mehr was man so alles aufnähen kann. Der Phantasie sind nur ein paar klitzekleine Grenzen gesetzt.

Ein paar Kleinigkeiten gibt es zu beachten:
  1. die Farbe (im Artikel Farbtherapie - geeignete Farben und Muster ist hierzu alles Wissenswerte aufgelistet)
  2. alles so gut wie möglich annähen - am besten doppelt (Demenzkranke zupfen, ziehen und rupfen gern daran. Oft glaubt man gar nicht, was Erkrankte für eine Kraft entwickeln können)
  3. Aufgenähtes, an dem gezogen/ geöffnet und geschlossen werden darf (z.B. Bänder, Reißverschluss) sollten robust sein. 
  4. Kurzwaren & Näh-Accessoires müssen waschbar sein


Bänder & Schnüre:

  • Schnürsenkel
  • Schrägbänder (bestickt und unbestickt) 
  • Webbänder²
  • bedrucktes Dekoband
  • hochwertige Schleifenbänder (nicht die Kunststoffvariante) 
  • Kordeln²
  • Rüschenbänder
  • breite Gummibänder²
  • (Immer komplett aufnähen! Niemals zum dran-ziehen annähen. Das könnte zu schmerzhaften Erfahren führen) 
  • Satinbänder²
  • Textilgarn²

Borten und Spitze:

Verschlüsse:

Demenzkranke sind motorisch oft eingeschränkt.
Aus diesem Grund sollte man bei Verschlüssen, (die der Erkrankte aktiv öffnen und schließen darf) darauf achten, dass diese so groß wie möglich sind bzw. eine große Fläche zum anfassen bieten.


Beispiel rechtes Bild: 
Der beige Reißverschluss ist geeignet (großer Anfasser), der weiße ehr nicht

Der beige Reißverschluss bietet außerdem den Vorteil, dass die Zähne groß und robust sind. Das auf- und zumachen geht flüssiger und leichter. Dank der großen Zähne wird er außerdem länger der Beanspruchung stand halten können. 


Dekoratives:

Stoffreste:

Auf aufwändige, aus-zig-verschiedenen-Teilen-bestehende und in drei-Etagen-geschichtete Applikationen sollte verzichtet werden. Diese können den Demenzkranken verwirren. 

Klare und geradlinige Formen sollten gewählt werden: Sterne, Herzen, Quadrate, Rechtecke, Dreiecke, Kreise, Ovale. 
Diese Grundformen können gern zu einem "Bild" zusammen gefügt werden z.B. vier Herzen werden zu einem Kleeblatt. 
Aber bitte nicht übertreiben und die Farben und Muster harmonisch kombinieren!


Aufgenähte Applikationen können, je nachdem wie sie aufgenäht wurden, unterschiedlich wirken.

Auf dem Beispielbild ist es deutlich zu erkennen:
  • Applikationen mit ZickZack-Stich angenäht: verschmelzen regelrecht mit dem Untergrund und lassen die Applikation ehr dezent in den Vordergrund rücken
  • Applikationen mit einem Geradstich, Füßchenbreit angenäht: springen sofort ins Auge und bieten dem Erkrankten eine sehr gute Möglichkeit zum nesteln
  • Applikationen mit zwei Geradstichen, knappkantig angenäht: je knappkantiker die Applikationen angenäht werden, umso dezenter springen sie ins Auge. Sind jedoch immer noch präsenter, als mit dem ZickZack-Stich.

Stiche:
  • Zierstiche (am besten wählt man einen Zierstich, der beim drüber streichen, mit den Fingern deutlich spürbar ist.)
  • Knötchen 
  • Stickereien

einzelne Teile der Kleidung:
  • Krawatten
  • versäuberte Nahtzugaben (bleibt beim recyceln von Kleidung oft als Abfall übrig)
  • StoffTaschentücher (gern auch bestickt oder mit Spitze)
  • Schulterpolster
  • Ellenbogen-Patchys
  • Spitzenkragen oder normaler Kragen
  • Gürtel
  • Hosentaschen 
  • Strickereiansätze (z.B. an Jacken)
  • Franzenberandungen
  • Rüschen
  • Falbeln
  • Spitze
  • Schmuckfalten
  • Wattesteppereien

Außergewöhnliches:
Wenn man sich einen Akkubohrer und einen feinen Bohrer zur Hand nimmt und ein paar Löcher bohrt, dann können auch außergewöhnliche Dinge angenäht werden. 

Am besten näht man diese Dinge mit der Nähmaschine an und geht hier wie beim Knopf-annähen vor. Manchmal ist das etwas knifflig, aber in der Regel klappt es sehr gut.

  • Deckel von Getränkeflaschen und -Kartons
  • Mini-Löffel (Beigabe bei den gefüllten Löffel-Eiern)
  • GardinenRinge
  • leere KlebebandRollen
  • Tasten einer alten Laptop-Tastatur
  • Figuren und Knöpfe aus ofenhärtender Modelliermasse


Tipps:
  • Dekoratives aus ofenhärtender Modelliermasse:
Aus dieser Modelliermasse lassen sich nicht nur Knöpfe selbst gestalten, sondern auch DekoElemente zum aufnähen. 

Von der Firma Viva Decor gibt es Patchys² aus Silikon, mit denen man kleine Hingucker zum aufnähen gestalten kann. 

Einfach Modelliermasse kneten, ausrollen, ausstechen, in das Patchy geben, abformen, herausholen, im Ofen härten, 2 Löcher hinein bohren und wie ein Knopf annähen.

Ich bin ein großer Fan dieser Silikonformen, weil man so einfach und so schnell, so schöne detailreiche Ergebnisse hin bekommt.




  • Aufnähen von Wolle:
Wenn man Wolle auf dem genähten Unikat anbringen möchte (z.B. weil der Erkrankte früher gern gestrickt hat), dann verflechtet man Wollgarn zu einem Strang oder ver-stricklieselt die Wolle und näht sie dann auf. Maschenproben können ebenfalls aufgenäht werden.

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Natürlich können noch weitere Dinge verwendet werden. Ich habe euch nur mal ein paar Kurzwaren & Näh-Accessoires aufgelistet, mit denen ich schon gearbeitet habe.


[²Artikel enthält Affiliate-Links]

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