[Basics] Stoffauswahl - geeignete und weniger geeignete Stoffe


























Bei der Stoffauswahl steckt man beim Nähen für Demenzkranke ein wenig in der Zwickmühle. Auf der einen Seite sollte man unterschiedliche Stoffarten miteinander kombinieren (um dem Erkrankten viele verschiedene Oberflächen zum fühlen und tasten anzubieten) ... auf der anderen Seite lassen sich manche Stoffe (aufgrund ihrer Zusammensetzung und dementsprechenden Eigenschaften) etwas schwierig verarbeiten oder halten die hohen Belastungen (ziehen und zerren durch den Erkrankten) nicht lange stand. 

Im Prinzip lassen sich aber alle Stoffarten verwenden! Bei manchen muss man nur etwas zaubern, um aus einem weniger geeigneten Stoff, einen geeigneten Stoff zu machen.



geeignete Stoffe

  • robuste, nicht dehnbare Stoffe (Baumwolle, Leinen) 
Diese Stoffe halten stärken Belastungen stand und bleiben auch durch ziehen in Form. 



weniger geeignete Stoffe
(aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften können diese Stoffe ein unschönes Endergebnis verursachen)

  • elastische Stoffe (können sich beim vernähen stark verziehen)
  • dünne Stoffe (zeigen sehr schnell Verschleißerscheinungen und sind schneller kaputt) 
  • durchsichtige Stoffe (könnten den Erkrankten verwirren, wenn andauernd etwas durch den Stoff durchscheint)
  • ausfransende Stoffe (gehen sehr schnell kaputt, lassen sich leicht abreißen)
  • dicke Stoffe (können beim vernähen unschöne Wellen verursachen, setzt man viele dicke Stoffe ein, wird das genähte Unikat sehr schwer)



So werden aus weniger geeignete Stoffe --> geeignete Stoffe

  • fertige aus diesen Stoffen, selbstgemachte (Schräg)bänder an (besticke sie evtl. mit der Nähmaschine) und dann nur noch aufnähen
  • Applikationen aus diesen Stoffen herstellen und aufnähen (die beste Möglichkeit um dünne Stoffe robust zu machen)
  • dicke Stoffe maßvoll einsetzen, damit die Näherei nicht zu schwer wird (das sollte man besonders bei Decken beachten)
  • nähe kleine Accessoires aus diesen Stoffen (Schleifen, Jojos ... ) die du dann aufnähen kannst
  • durchsichtige Stoffe am besten immer erst auf einen weißen Stoff auflegen und dann zusammen aufnähen (durch das Weiß kommen die Farben besser zur Geltung und der Stoff ist nicht mehr durchsichtig)



Wie ich dieses Problemchen mit "zickigen" Stoffarten löse

Die "Basis" meiner Nähereien besteht aus einem robusten/ nicht dehnbaren Baumwollstoff. Um dem Erkranken mehrer Möglichkeiten zum Betasten zu bieten, nähe ich auf meinen Baumwollstoff Bänder, Applikationen und Accessoires auf, die ich mir aus den weniger geeigneten Stoffen herstelle. So habe ich immer ein formstabile und robuste Näherei, die dennoch viel Abwechslung zum anfassen und dran-ziehen bietet.

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